Genialer Hüttenschlafsack mit durchdachten Details
VORTEILE
- Hüttenschlafsack mit Armen
- als Pulli tragbar
- Einstieg von unten
- in sich selbst verpackbar
- passende Kapuze
- angenehm zu tragendes Material
NACHTEILE
- nur in einer Größe erhältlich
- Packbeutel etwas klein geraten
- Tasche ohne Verschluss
BEWERTUNG

Als Outside-Stories Produktscout bekam ich den Bergstop MicroLiner zum Testen zur Verfügung gestellt. Das war diesen Sommer ein glücklicher Zufall, denn nach einer Woche Zeltlager folgte dieses Jahr noch eine weitere Woche in der teilweise wieder das Zelt als Übernachtungsort der Wahl herhalten musste.
Nach der Anfrage seitens Outside-Stories, ob ich einen Schlafsack mit Armen testen möchte, war ich zuerst recht skeptisch, waren auch die Temperaturen diesen Sommer so heiß, dass man am liebsten den Schlafsack ganz zu Hause lassen wollte. Meine Entscheidung fiel so auf den MicroLiner, der als dünner Hüttenschlafsack zumindest im Zeltlager absolut ausreichend war bei nächtlichen Temperaturen von um die 15°C.

Nun muss ich aber vorne anfangen. Meine „Outdoor-Bettwäsche“ besteht für gewöhnlich aus folgendem Setup:
Daunenschlafsack: Yeti Shadow 300 (M)
Inlet: Baumwollinlett Meru
Kopfkissen: keins / mit Wäsche gefüllter Schlafsackbeutel
Das Baumwollinlett habe ich einfach als Schutz und natürlich um an kälteren Tagen die Isolation nochmals etwas zu erhöhen. Leider ist die Kombination des eher engen Mumienschlafsacks mit einem Inlett für mich Nachts schonmal zum Verhängnis geworden, da ich mich einfach recht viel bewege. Irgendwann hat man sich selbst im Schlafsack eingeschnürt und es folgen Panikzustände aus Platzangstgründen, die man erst in einer solchen Situation entwickelt. Abhilfe schaffte meist, die Arme aus dem Schlafsack herauszunehmen und die „Verknotungsgefahr“ so zu minimieren. Das geht so lange ganz gut, wie die Außentemperaturen mitspielen.
Dieses Dilemma begleitete mich bereits mehrere Jahre und auch dieses Jahr stand ich wieder vor dem Rätsel, was ich neues versuchen könnte. Schlafsäcke mit Armen waren mir bisher nur in der ultra-heavy Version von Bundeswehr und Jägerschaft bekannt, was für mich uninteressant war und ist.
Mit dem Bergstop MicroLiner sollte also ein neues Kapitel im Bereich Schlafsysteme aufgeschlagen werden. Wie oben bereits geschrieben, waren selbst die Nächte sehr heiß und ich entschied mich fürs Zeltlager nur den MicroLiner mitzunehmen und als Notlösung einen NoName Deckenschlafsack offen drüberzulegen. Bereits nach der ersten Nacht war ich begeistert. Für die Temperaturen war das die optimale Wahl.
Auch im darauffolgenden Camping Urlaub konnte der MicroLiner weiter punkten, dieses Mal als Inlett in meinem Daunenschlafsack, da die Nächte plötzlich deutlich kälter wurden. Meine alte „Einwickelproblematik“ ist seit dem Einsatz des MicroLiner nicht mehr aufgetreten.
Generell die Handhabung des MicroLiner ist simpel aber genial. Eingestiegen wird, entgegen einem gewöhnlichen Hüttenschlafsack von unten. Das heißt, man kann den MicroLiner einfach im Sitzen oder stehen über den Kopf anziehen, quasi wie einen Pulli. Im Brustbereich befindet sich ein recht langer Reisverschluss, der den Einstieg geöffnet nochmals erleichtert.



Schlussendlich kann man den Schlafsack am unteren Ende über einen Kordelzug zusammenziehen.


Nach der Verwendung verschwindet der MicroLiner wieder im eingenähten Beutel.

Die Arme haben für mich eine sehr gute Länge, etwas Stoff ist noch über, aber das stört nicht, da sich am Armende Gummibündchen befinden.

Die Kapuze ist auch groß genug dimensioniert, dass sie nicht zu eng anliegt, aber auch nicht störend weit ist. Im Gegensatz zum Hüttenschlafsack hat man die Kapuze als Seiten- oder Bauchschläfer auch nicht dauernd im Gesicht hängen, da dieses Inlett durch die Ärmel quasi „selbstarretierend“ ist.

Für mich, mit ca. 1,75m, ist dieser Hüttenschlafsack ausreichend lang. Er hat sogar noch einiges an Luft. Personen mit bis zu 1,90m sollten kein Problem mit der Länge haben. Eine Abstufung in Größe S, M und L wäre aber sicherlich keine schlechte Option, transportiert man so doch immer zu viel Stoff mit sich, sofern man nicht die gesamte Länge ausfüllt. Leider ist derzeit nur eine Uni-Größe bis 200cm lieferbar.
Das Material des MicroLiners ist zu 100% Polyester, also eine Microfaser. Trotzdem fand ich das Tragegefühl auf der Haut nicht unangenehmer als das eines Baumwollinletts.

Mit 380g ist der MicroLiner sicherlich kein Leichtgewicht unter den Hüttenschlafsäcken, aber durch die Extras die er bietet, auf jeden Fall seine Mehr-Gramm wert.
Die Verpackung des Bergstop MicroLiner ist einfach, aber völlig ausreichend. Kein unnötig großer Karton, sondern eine einfache Papplasche um die Tasche. Dafür gibts einen Daumen hoch.
Neben der Funktion als Schlafsackinlett oder Hüttenschlafsack kann man den MicroLiner auch als Pulloverersatz tragen. Beispielsweise wenn man abends auf der Hütte schnell etwas überziehen möchte. Dazu schnürt man den Beinteil einfach im Bauchbereich zu. Für den schnellen nächtlichen Weg zur Toilette ebenfalls ganz nützlich. ;)

Der Taschen-Aufbewahrungsbeutel ist ganz praktisch um Kleinigkeiten darin zu verstauen, jedoch besteht immer die Gefahr, dass diese Dinge leicht herausfallen. Ein Reisverschluss wäre die Lösung, jedoch etwas komplizierter umzusetzen, da die Tasche auch als Aufbewahrungsbeutel für den MicroLiner dient.

Stopft man den MicroLiner schnell in die Tasche zurück, fällt auf, dass dieser recht eng ist. Der MicroLiner fällt schnell mal wieder raus und das Stopfen beginnt von vorne. Ein etwas größerer Beutel würde das verpacken einfacher gestalten.


Fazit:
Vielleicht ist der Bergstop MicroLiner nicht für jeden der richtige Hüttenschlafsack, für manch einen, wie mich, aber Gold wert. Ich möchte ihn jetzt schon nicht mehr missen.
Ein Zelt Abzug gibts für die fehlende Größenwahl und den etwas kleinen Beutel.






